Göhren
Die Gemeinde Göhren ist ein Ostseebad auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt auf der Halbinsel Mönchgut im Kreis Vorpommern-Rügen und hat ca. 139 Einwohner. Auf einer Fläche von 6,89 km² befindet sich auch der östlichste Punkt der Insel: das Nordperd. Durch dieses wird der Nord- vom Südstrand getrennt. Der Nordstrand wird als Badestrand genutzt und liegt an der Kurpromenade, während der Südstrand eher naturbelassen ist und sich an einer Steilküste befindet. Göhrens Strände sind insgesamt 5 km lang, wobei der nördliche Badestrand aus weißem, feinkörnigen Sand besteht und der Naturstrand im Süden eher steinig ist. Von der Kurpromenade aus gelangt man auch auf die 270 m lange Seebrücke, in deren Nähe der größte bisher entdeckte Findling Norddeutschlands aus dem Meer herausragt.
Göhren war früher vor Allem ein Fischer- und Lotsendorf und wurde 1165 erstmalig erwähnt. Seit dem 18. Jahrhundert hat es sich zu einem bekannten Touristenziel entwickelt und ist als Ferienort sehr beliebt. Den Titel des Seebades darf Rügen seit nunmehr 126 Jahren führen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum populären Ferienziel war der Bau des "Rasenden Roland" ab 1899. Dabei handelt es sich um eine Schmalspurbahn, mit welcher die Orte Göhren, Baabe, Binz und Sellin verbunden werden. Noch heute kann mit der historischen Dampflokomotive eine Fahrt in die benachbarten Seebäder unternommen werden.
Göhren hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, darunter auch das Hügelgrab Speckbusch neben der Kirche, welches aus der Bronzezeit stammt. Es ist heute als Bodendenkmal geschützt und muss ca. 1000 Jahre v.u.Z. entstanden sein. Ein weiteres Bodendenkmal ist das frühere Hessenlager, welches während der Franzosenzeit von hessisch-darmstädtischen Truppen als Feldlager genutzt wurde. Es befindet sich in der Nähe des Südstrandes und noch heute kann man dort Reste von Wallanlagen betrachten. Außerdem gibt es in der Gemeinde vier Museen zu besichtigen, welche sich alle um das historische Leben in Göhren, die Fischerei und Boote drehen. Die Mönchguter Museen stehen alle unter Denkmalschutz und bestehen aus dem Rookhuus, einem Heimatkundemuseum, einem zum Museum umgebauten Motorsegler und einem Museumshof. Das ebenfalls bekannte Drachenhaus beherbergte einst den Dramatiker Max Dreyer und war gleichzeitig seine letzte Wirkungsstätte. In der hiesigen Dorfkirche sind Maria und Johannes in typischer Mönchguter Tracht zu bewundern, ebenso wie Buntglasscheiben in einem Altarraum.
Den größten Wirtschaftsfaktor Göhrens macht der Fremdenverkehr aus, neben zahlreichen Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen gibt es auch einen Campingplatz. In der Freizeit kann man die vielen Souvenirläden durchstöbern oder frisch gefangenen Fisch in einem der Restaurants probieren.